Ablauf der Begutachtung

Der Gutachter hat den Auftrag, sich neutral und objektiv ein umfassendes Bild über die Lebenssituation der betroffenen Kinder und Eltern zu machen.

Er soll aus verschiedenen Sichtweisen beurteilen und dem Gericht mitteilen, welche Regelungund Lösung für das Kindeswohl am besten ist.

Psychologische Tests werden von mir nicht verwendet, da ich deren Glaubhaftigkeit in Frage stelle und es vielfältige Interpretationen gibt.

 

Dazu finden Termine statt:


Befragung:

Befragung der Elternteile zur Vorgeschichte und zu ihrer Beziehung zum Kind.


Beide Eltern werden in der Regel erst getrennt befragt. Dem folgen dann die Elterngespräche im Sinne einer möglichen Einigung.

Außerdem können weitere familiäre Bezugspersonen (neue Lebenspartner der Elternteile, Geschwister und Großeltern des Kindes) ihre Sicht schildern.

Gemeinsame Spielkontakte:

Ich beobachtet das Zusammentreffen und die Interaktion des Kindes mit wichtigen Bezugspersonen zu Hause oder in anderen Zusammenhängen. Dies findet in erster Linie in dem sozialen Umfeld statt. Entspricht einer Komm-Struktur, da ich als Gutachterin komme und die Beteiligten in ihrem gewohnten Umfeld agieren können.


Beteiligung von Fachkräften:

Anforderung von fachlichen Berichten oder Befragung von beteiligten Fachkräften und Einrichtungen, beispielsweise Jugendamt, Kindergarten und Schule, Kinderärzte, Erzieher, Psychotherapeuten oder Beratungsstellen.


Hausbesuche:

als geschützter Rahmen der Familie und des Kindes - Besichtigung der Wohnverhältnisse und des sozialen Umfeldes des Kindes.

Die Begutachtung erstreckt sich bei umfangreichen Fragestellungen des Gericht in der Regel über mehrere Monate.Ich versuche innerhalb von einer Frist von maximal 4 Monaten das Gutachten zu erstellen.

Die betroffenen Elternteile werden von mir dann schriftlich über die notwendigen Termine und Inhalte informiert.

Außerdem werden die Beteiligten über das jeweilige Zeugnisverweigerungsrecht unterrichtet.


Was heißt  "Lösungsorientierte Begutachtung"?

Prof. Dr. Uwe Jopt und Dr. Katharina Behrend

Grundlage ist die systemische Sichtweise der Trennungsfamilie mit den emotionalen Bindungen und Beziehungen. Aufgabe ist es, dass diese Bindungen auch in der Trennungsfamilie gelebt werden können.

Theoretischer Hintergrund ist eine  systemische Betrachtung der Trennungsfamilie. Danach verändert sich für Kinder  durch Trennung zwar das Familienleben, das Netzwerk emotionaler Beziehungen zu  Eltern, Geschwistern und anderen Verwandten besteht jedoch weiter.3 Vorrangige Aufgabe des Familiengerichts müsste es aus dieser Sicht deshalb  sein, sie vor Beeinträchtigungen dieser Gefühlsverbindungen bestmöglich zu  schützen. Das klingt zunächst einfach, die Schwierigkeit besteht jedoch in der  Umsetzung. Denn Trennungspaare sind meist seelisch stark erschüttert,  aufgewühlt, und obendrein fest davon überzeugt, dass für ihr Scheitern in  erster Linie der jeweils andere verantwortlich ist. Der Grund dafür liegt in  einem psychologischen Mechanismus kausaler Verantwortungszuschreibung, der als Interpunktion  bezeichnet wird und immer dann auftritt, wenn es um zwischenmenschliche  Konflikte geht. Da er für alle Beteiligten nach demselben Muster abläuft, ist  jeder „Opfer“ (aus eigener Sicht) und „Täter“ (aus Partnersicht) zugleich (s.  Jopt, 1992; 2002).4

  

Deshalb ließ sich 1977 die Schuldfrage zwar  leicht aus dem Scheidungsverfahren streichen, an Denken und Fühlen der  Betroffenen änderte das jedoch nichts. Bis heute gehören Anklagen und  Vorwürfe so selbstverständlich zum familiengerichtlichen Alltag, als hätte es  den Wandel zum Zerrüttungsprinzip nie gegeben, sodass der langjährige  Familienrichter Willutzki (1997) vermutet, dass ein „Urbedürfnis nach  Schuldfeststellung“ offensichtlich tief im Menschen verankert sei. Das ist  im Prinzip die Beschreibung der Interpunktion aus juristischer Sicht.5

  

Dieser Prozess unterschiedlicher Selbst- und  Fremdetikettierung hat als der zentrale Motor für die gesamte Dynamik auf der Paarebene  mit den Fragen zukünftiger Gestaltung der Elternschaft (bei wem soll das  Kind leben; wie soll der Umgang aussehen) rein logisch betrachtet nichts  zu tun, psycho-logisch bestimmt er jedoch auch den Umgang mit dieser  Thematik nachhaltig mit. Die Familiengerichte bemühen sich zwar, das  „Hineinstören“ der Paarebene dadurch zu verhindern, dass sie die Parteien  ermahnen, sich nur auf die Fragen von Sorge- und Umgangsrecht, d. h. auf die Elternebene,  zu beschränken. In hoch strittigen Fällen sind solche Appelle jedoch meist  fruchtlos. Es scheint vielen Trennungspaaren erst dann möglich zu sein, die  eigene Problematik im Rechtsstreit zumindest zeitweilig auszublenden, wenn  beide Ex-Partner (einer allein genügt nicht) auch „emotional“ voneinander  getrennt sind.

  

Hier setzt das lösungsorientierte Konzept  an, indem die unbewältigten Paarprobleme nicht länger als unliebsame Störung  aufgefasst werden, sondern als real bestehende motivationale Triebfeder, die  sofort aktiviert wird, sobald es um Fragen geht, die auch nur peripher die  einstige Partnerschaft berühren. Obwohl im Familienrecht nur die „gemeinsamen  Kinder“ Thema sind, ist insofern gerade die Elternebene eine dafür  prädestinierte Plattform, weil „Paar“ und „Eltern“ in Personalunion dieselben  Personen sind. Dadurch besteht die schwierige Aufgabe, zwei „Elternteile“ für  einen gemeinsamen Weg zu gewinnen, die auf Grund ihrer Paargeschichte zugleich  extrem polarisiert und emotional belastet sind. Um diese Aufgabe, die im  Einzelfall der Aufforderung zur Quadratur des Kreises gleichkommen kann, zu  bewältigen, gibt es im Grunde nur einen Weg: Um die Konfundierung der  verschiedenen Rollen zu entflechten, müssen die Erwachsenen erkennen,  dass die eigentlichen Wurzeln ihrer Konflikte die Partnerschaft betreffen und  nicht die Elternschaft. Deshalb wird die Paarebene - wie viel Raum sie  einnimmt, hängt vom Einzelfall ab - im Rahmen gemeinsamer Elterngespräche  ausdrücklich aufgegriffen und sogar vorrangig behandelt. Erst danach stehen die  Kinder im Mittelpunkt.6 Negativ gesehen wird somit nicht der Konflikt selbst, sondern sein Übergreifen  auf das Kind.

  

Die psychologische Begründung für dieses  Vorgehen findet sich an anderer Stelle (Bergmann, Jopt & Rexilius, 2002)7.  Dem lösungsorientierten Konzept liegt somit die Überzeugung zu Grunde, dass  erst eine Thematisierung der Paarebene - obwohl die bestehenden Probleme durch  das Gespräch in der Regel nicht aufgelöst werden - die  Voraussetzung dafür schafft, dass die Ex-Partner sich nur „als Eltern“  auseinander setzen können. Ziel ist es also nicht, die Paarebene zu  harmonisieren - das würde auch kaum gelingen -, sondern die Elternebene zu  isolieren. Auf diese Weise steigt die Wahrscheinlichkeit für eine wirklich  einvernehmliche, von beiden innerlich mitgetragene Lösung deutlich an, da jetzt  eine Gemeinsamkeit der Eltern zum Tragen kommen kann, die in Anbetracht aller  Auf- und Abwertungen durch sie selbst wie durch ihre Parteivertreter völlig  untergegangen war - beide lieben ihre Kinder.

  

Trennungspaare sind oft davon überzeugt, ihr  Fall sei einzigartig. Sie erkennen nicht, dass dies zwar für die Besonderheiten  ihrer persönlichen Geschichte zutrifft, nicht jedoch für Ablauf, Dynamik und  Konflikteskalation des Trennungsprozesses. Tatsächlich ähneln sich die Regeln,  nach denen Trennungen verlaufen, aber sehr, sodass sich der einzelne Fall aus  fachlicher Sicht in der Regel nicht annähernd so dramatisch und exklusiv  darstellt. Um das auch selbst erkennen zu können, müssen die Ex-Partner aufgeklärt  werden. Deshalb erhalten sie im Rahmen der kontroversen Überzeugungen in  Bezug auf die Ursachen ihres Scheiterns zunächst umfassende Informationen über  „trennungstypische“ Konfliktverläufe, um die Vorraussetzung zu schaffen, dass  die interpunktionsbedingte Täter-Opfer-Aufspaltung zumindest ansatzweise  entpolarisiert werden kann. Weichen darauf hin die wechselseitigen  Negativbilder auf, wirkt sich dies in der Regel auch auf die Elternrollen  positiv aus.

  

Damit ist die Voraussetzung geschaffen, um zum  eigentlichen Thema der Begutachtung, d. h. auf die Elternebene, zu wechseln.  Auch hier geht es zunächst um Information und Aufklärung, diesmal zur  psychischen Lage und den Bedürfnissen trennungsbetroffener Kinder. Dabei wird  aufgezeigt, dass bei einer Trennung deren Bedürfnisse und Interessen in der  Regel andere sind als die von Erwachsenen. Während sich die einstigen Partner  am liebsten für immer aus dem Weg gehen möchten (häufig will dies auch nur  einer), bleiben Kinder auf ihre Familie, vor allem ihre Eltern, fixiert und  wünschen sich deshalb das genaue Gegenteil - möglichst viel Nähe zu beiden.  Denn die Erwachsenenrollen splitten sich bei Kindern erst mit Eintritt in die  Pubertät auf, bis dahin kennen sie zwar die Vornamen ihrer Eltern, interagieren  aber nicht mit den damit verknüpften individuellen Persönlichkeiten, sondern  ausschließlich mit der zweiten Rollenfacette als „Mutter“ und „Vater“, also auf  der Elternebene.

  

Die Vermittlung von Erkenntnissen der  Scheidungsforschung dient als Vorbereitung, um die Eltern empathisch und  sensibel für die psychische Situation ihres eigenen Kindes zu machen. Dazu hat  sich der Sachverständige zuvor im Gespräch einen eigenen Eindruck davon  verschaffen, ob, ggf. wie stark, und durch wen das Kind bereits instrumentalisiert,  d. h. auf subtile Weise und häufig unbemerkt so „beeinflusst“ wurde, dass seine  Beziehung zum anderen Elternteil - im Extremfall bis zur totalen  Umgangsverweigerung (PAS) - gestört ist.8 Da  durch die Aufklärung der Eltern deren Bereitschaft, einander zuzuhören,  angestiegen ist und da kein Elternteil seinem Kind bewusst schaden will, können  jetzt im Verlauf des gemeinsamen Gesprächs Ressourcen freigelegt werden,  die keiner gesehen hat, so lange die Aufmerksamkeit im Verlauf des  Rechtsstreites ausschließlich auf den eigenen „Sieg“ gerichtet war. Die Folge:  Mit Unterstützung des Sachverständigen werden jetzt von den Eltern Lösungen  entwickelt, die bis dahin, obwohl manchmal genauso bereits von anderer Seite  vorgeschlagen, kategorisch abgelehnt wurden.

  

Danach lassen die Eltern über ihre Anwälte  dem Gericht erklären, dass sich ihr Fall erledigt hat. Der  Sachverständige bestätigt dies durch eine knappe Stellungnahme (ca. 3 Seiten),  in die auch als Absichtserklärung aufgenommen wird, dass die Eltern bei  zukünftigen Konflikten, die sie selbst nicht lösen können, immer erst nach  einer außergerichtlichen Lösung suchen und sich dafür an ihn wenden wollen. Der  lösungsorientierte Sachverständige steht somit, das ist eine weitere  Besonderheit dieses Ansatzes, den Eltern auch nach Beendigung seiner  offiziellen Tätigkeit (kostenlos) als Ansprechpartner zur Verfügung.9

  

 

 

 

Diplom-Sozialpädagogin


Systemisch-lösungsorientierte Sachverständige

Zertifiziert nach der neuen Gesetzgebung 


Zertifizierter Verfahrensbeistand


Zertifizierte Umgangs- und Ergänzungspflegerin


Zertifizierte Kinderschutzfachkraft

nach § 8a SGB VIII


Zertifizierte Fachkraft

„Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch”

Univerisät Ulm


Klientenzentrierte Gesprächspsycho-therapie

NLP-Practitioner  

Elternkurssleiterin "Starke Eltern - Starke Kinder"


Fortbildungen derzeit: 

"Frühe Hilfen und Interventionen im Kinderschutz"


"Traumapadagogik"

"Traumatheapie"