Kinderrechte - Kinderschutz 

  1. Rechtliche       Rahmung § 8a SGB III

Mit 2005 in Kraft treten des neuen Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetzt (KICK) fand eine Neuregelung von Verfahrensweisen im Falle von KWG statt, um dem Grundgedanken in § 1 Abs. 3 SGB VIII  - Jugendhilfe soll insbesondere Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen – gerecht zu werden.

Mit § 8a SGB VIII wurde die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und freier Jugendhilfe gesetzlich gestärkt und verankert.

Folgende Eckpunkte wurden hier für freie Träger der Jugendhilfe im Rahmen von die Verfahrensweise im Kinderschutz festgelegt:

·         Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft zur Abschätzung des Gefährdungsrisikos

·         Hinwirken bei den Personensorgeberechtigten oder Erziehungsberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen

·         Informationen des Jugendamtes, wenn die angenommene Hilfe nicht ausreichend erscheint

 

Die insoweit erfahrene Fachkraft

wird im Gesetz nicht näher definiert, so dass damit auch viele Unsicherheiten verbunden sind.

 

Aus dem Gesetzestext abgeleitet wird, dass sie als Fachkraft nicht in dem Fall tätig ist, sondern hinzugezogen wird. Im Idealfall handelt es sich um eine Fachkraft, die keinerlei Kenntnisse über den Fall hat und diesem auch nicht zugeordnet ist. Die weiteren Entscheidungen bleiben immer in der Verantwortung der pädagogischen Kraft vor Ort.

 

Aus systemischer Sicht ist diese Verfahrensweise sinnvoll, da sie lediglich einen Ausschnitt des Falls, basierend auf der Wahrnehmung und Einschätzung der Anwesenden erfährt. Die Risikoabschätzung ist geprägt durch die Wirklichkeitskonstruktion der Fachleute. Alle Eindrücke können nicht wiedergegeben werden, da es sich immer um eine Auswahl von Wahrnehmungen und Eindrücken handelt.

 

Die Aufgabe innerhalb der Risikoabschätzung sind

·         Möglichst viele Aspekte im Kontext mit der KWG anzusprechen

·         Problemfokussierungen aufzulösen mit Blick auf Lösungen, Potentiale und Ressourcen des Systems.

·         Mögliche Grenzen der Hilfen aufzuzeigen bzw. hinzuweisen.

 

Einschätzungsaufgaben bei einer Risikoabschätzung

  

Einschätzung bei

  

·         Bedeutung einer Beobachtung

·         Der gegenwärtigen Sicherheit des Kindes

·         Eventueller Beeinträchtigungen in der Entwicklung eines Kindes und deren Bedeutung für den weitere Entwicklungsverlauf

·         Vorhandener Stärken und Probleme bei der Erziehungsfähigkeiten der Hauptbindungspersonen  und im Familiensystem

·         Der bei den Sorgeberechtigten vorhandenen Veränderungsmotivationen und Kooperationsbereitschaft

·         Der Gefahr zukünftiger kindeswohlgefährdender Handlungen oder Unterlassungen.


Grundgesetz 

Art 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 2 GG wird ein Grundrecht für Kinder und Jugendliche auf Entfaltung ihrer Persönlichkeit und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit festgelegt. 

Die Würde des Menschen .... 

Jeder hat das Recht auf eine freie Entfaltung ... 

Art. 6 schützt dagegen die Familie und Mütter. Die Familie ist ein geschlossener eigenständiger Lebensbereich und nur dann darf der Staat eingreifen, wenn Eltern mit ihren Entscheidungen das Kindeswohl gefährden. Eltern haben das Recht Erziehung, Pflege nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Ein Recht der Kinder auf optimale Lebensbedingungen gibt es nicht, Eltern sind so was wie Schicksal. 

Die UN-Kinderrechtskonvention, 

die im Jahre 1989 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde, ist ein Kollektiv von Kinderrechten, eine Art weltweites Grundgesetz für Kinder bzw. alle Menschen, die noch nicht volljährig sind. 

6 Grundbedürfnisse von Kindern 

  • Liebe Akzeptanz Zuwendung 
  • Stabile Bindungen 
  • Bedürfnis nach Ernährung und Versorgung 
  • Bedürfnis nach Gesundheit 
  • nach Schutz vor Gefahren von materieller und sexuelle Ausbeutung
  • nach Wissen, Bildung und Vermittlung hinreichender Erfahrung 

Darunter fallen neben dem Recht auf gewaltfreie Erziehung das Recht auf Entfaltung der Persönlichkeit, Recht auf Schutz vor körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt, Schutz vor Ausbeutung, Recht auf Fürsorge, Recht auf Bildung und weitere. 

Fast alle Länder dieser Erde haben sich durch ihre Unterzeichnung dazu verpflichtet, die Kinderrechte bestmöglich umzusetzen und der Kinderhilfsorganisation UNICEF regelmäßig darüber Bericht zu erstatten.

Die Bundesregierung Deutschlands ratifizierte die UN-Kinderrechtskonvention nur unter bestimmten Einschränkungen (durch das Familien- und Ausländerrecht: fällt Kindern ohne Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland nicht der gleiche Rechtsstatus zu wie deutschen Kindern). 

Seit den 90er Jahren gab es mehrere Versuche, Kinderrechten Verfassungsstatus zu verleihen. Diese sind z.B. im Kinder- und Jugendhilferecht (SGB VIII) und im Grundgesetz festgehalten. 

Beispielsweise wird in § 1631 Abs. 2 BGB dem Kind das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung zugesprochen, ohne Anwendung körperlicher Bestrafung, seelischer Verletzungen und anderer entwürdigenden Maßnahmen.

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte 

stärkte bisher durch Entscheidungen die Kinderrecht auf nationalen Gebiet, wie z.B. gegen Verbot von Folter, unmenschliche und entwürdigende Behandlung oder Bestrafung. Die Entscheidungen sind von deutschen Behörden zu beachten. 

Bundeskinderschutzgesetz - Gesetzes zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) 

Ziel ist es das Wohl der Kinder zu schützen, körperliche und geistige und seelische Entwicklung zu fördern. 

ist das natürliche Recht der Eltern, darüber wacht die Gemeinschaft = Jugendamt. 

Aufgabe ist es die 

Eltern zu unterstützen, damit sie ihrer Verantwortung gerecht werden können, mögliche Risiken erkennen können, um Gefährdungen zu vermeiden. 

dies erfolgt durch Beratung, Hilfe und Informationen. 

Kinderschutz beinhaltet verschiedene aufeinander abgestimmte Interventionen (u.a. Schutzplan) bei einer Gefährdung von Kindern und Jugendlichen.

Kinderschutz stellt ein Sammelbegriff für rechtliche Regelungen und aktives Handeln staatlicher und privater Institutionen dar, die dem Schutz von Kindern vor Beeinträchtigungen wie altersunangemessener Behandlung, Übergriffen und Ausbeutung, Vernachlässigung, Krankheit und Armut dienen sollen.Kindeswohlgefährdung ist: 

  • Körperliche und seelische Vernachlässigung
  • Körperliche Misshandlung
  • Seelische Misshandlung
  • Sexuelle Gewalt.
  • Auch Hochstrittigkeit bei Eltern in der Trennungsdynamik 

 

Das Verhältnis zwischen dem Recht der Kinder auf eine gesunde und gewaltfreie Erziehung, dem Recht der Eltern und das "Wächteramt" des Staates, sind im Grundgesetz und im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. 

Art. 6 Abs. 2 GG // § 1 Abs. 2 SGB VIII: »Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.« 
§ 1631 (2) BGB: »(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

§ 1666 Abs. 1 BGB (geändert 12.07.2008): »Wird das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen gefährdet und sind die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage, die Gefahr abzuwenden, so hat das Familiengericht die Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich sind.
Die UN Kinderrechtskonvention hat zum Ziel, Kinder in aller Welt als Persönlichkeiten zu schützen und zu fördern und wurde 1992 von Deutschland ratifiziert. 

  • Eltern und Kinder sind Leistungsberechtigte.
  • Sie haben ein Wunsch- und Wahlrecht (§ 5 SGB VIII). 
  • Kinder und Jugendliche sind bei allen sie betreffenden Entscheidungen zu beteiligen (§ 8 SGB VIII). 
  • Ein Eingriff in das elterliche Sorgerecht ist nur zu rechtfertigen, wenn alle Hilfsmöglichkeiten ausgeschöpft sind (Hilfe vor Eingriff; § 8a SGB VIII). 
  • Bei angemeldeter Sorge um das Wohl eines Kindes gilt die Ermittlungspflicht des Jugendamtes (§ 20 SGB X). 
  • Staatliche Instanzen sind angehalten, die Integrität der Familie soweit wie möglich zu erhalten. 
  • Das Kind hat ein Recht auf autonome Eltern und den Schutz der Privatsphäre. 
  • Es gilt das Prinzip des möglichst minimalen Staatseingriffs und der strukturellen Zurückhaltung in der Ausübung staatlicher Macht. 
  • Die Wahrnehmung der Kinderrechte und des Kinderschutzes ist ein Standard in allen Arbeitsfeldern, in denen mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet wird.

 

Diplom-Sozialpädagogin


Systemisch-lösungsorientierte Sachverständige

Zertifiziert nach der neuen Gesetzgebung 


Zertifizierter Verfahrensbeistand


Zertifizierte Umgangs- und Ergänzungspflegerin


Zertifizierte Kinderschutzfachkraft

nach § 8a SGB VIII


Zertifizierte Fachkraft

„Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch”

Univerisät Ulm


Klientenzentrierte Gesprächspsycho-therapie

NLP-Practitioner  

Elternkurssleiterin "Starke Eltern - Starke Kinder"


Fortbildungen derzeit: 

"Frühe Hilfen und Interventionen im Kinderschutz"


"Traumapadagogik"

"Traumatheapie"