Kindeswohlgefährdung aus systemischer Sicht

Eine Kindeswohlgefährdung bedeutet in einem Familiensystem ein Teil der dort stattfindenden Kommunikation, in den meisten Fällen sind die Handlungen der Gefährdung eine gewisse Normalität in den Familien mit einer langen Tradition und stellen für die Familien eine Art von Lösung dar – in dem was Familien tun, auch wenn es problematisch nicht nachvollziehbar ist, sind darin Lösungsversuche zu verstehen, auf die zurückgegriffen wird, da Alternativen nicht greifbar sind. Kindeswohlgefährdungen sind Folgen von Problemen im Umgang mit dem Kind, mit den eigenen Bedürfnissen und den eigenen Lösungsstrategien.


Nach außen ist diese Lösung destruktiv und schmerzhaft, soll und kann auch nicht bagatellisiert werden, nur wenn es gelingt, die Ursache zu sehen, den eigentlichen Aspekt der KWG zu erkennen, ist es möglich von außen Veränderungen möglicherweise zu ermöglichen.

Veränderungen, die von außen in die Familie getragen werden, stellen massive Verunsicherung dar, da die bisherigen Handlungen immer eine Art von Sicherheit gaben, da man sie kannte und sie ein Leben lang meist begleitet haben – mal mehr oder weniger erfolgreich.

Veränderungen, die für Familien notwendig sind, um eine Kindeswohlgefährdung abzuweisen, sind sehr massiv und mit Rückfällen oder Frustrationen und Aggressionen muss gerechnet werden.

Folgende systemische Grundannahmen sind relevant, um Kindeswohlgefährdung abzuwenden:

·         Wirklichkeit ist konstruiert und entsteht durch Kommunikation

·         Anlässe zur Veränderung kommen von außen oder aus der Familie selbst

·         Familien sind daran interessiert, als System weiter zu bestehen

·         Sie sind nicht instruierbar

·         Entscheidungen nicht vorhersehbar

·         Grenzen und Regeln werden festgelegt und unterliegen einer ständigen Veränderung

·         Subjektive Wahrheiten sind die Grundlage der Wahrnehmung

 

u.a. Grundsätze von Virginia Satir

·         Veränderung ist möglich. 
Wir tun zu jedem Zeitpunkt ihr Bestmögliches. 
Wir alle verfügen über die inneren Ressourcen, die wir brauchen um unser Leben erfolgreich zu gestalten und innerlich wachsen zu können. 
Wir verfügen über Wahlmöglichkeiten und Alternativen.

·         Hoffnung ist ein signifikanter Faktor oder ein Bestandteil von Veränderung. 

·         Gefühle sind ein Teil von uns. Wir alle haben sie. 

·         Eltern wiederholen oft die Muster ihrer eigenen Ursprungsfamilie auch dann, wenn diese Muster dysfunktional sind. 


Ereignisse der Vergangenheit können wir nicht ändern, lediglich die Auswirkungen, die sie auf uns haben. 
Die Vergangenheit zu schätzen und zu akzeptieren, vergrößert unsere Fähigkeit die Gegenwart zu bewältigen. 

Daraus ergibt sich, dass Helfer sich positionieren müssen, versuchen müssen, die unterschiedlichen Vorstellungen zu erfassen, und Grenzen definieren müssen, die konsequent benannt und umgesetzt werden. Es ergibt sich, dass eine Hilfen zur Veränderung notwendig sind, die das elterliche Erziehungsverhalten beeinflussen.

Es stellt sich immer die Frage, ob es alleine um die Sicherheit des Kindes geht oder nicht auch um die Gewinnung der Eltern für eine Zusammenarbeit zur Sicherheit des Kindes.

Eine Hilfe kann nur gelingen, wenn sich Eltern als Eltern wahrgenommen fühlen, die aufgrund fehlender Lösungen kindeswohlgefährdend agieren. Fakt ist, dass zunächst die Eltern es sind, denen man eine Hilfe gewährt, um sie bei ihren Erziehungsaufgaben sinnvoll zu unterstützen.

Aus der systemischen Sicht ergibt sich, dass Menschen Fähigkeiten, Ressourcen, Stärken, und Kompetenzen in sich haben.

 

 

 

 

Diplom-Sozialpädagogin


Systemisch-lösungsorientierte Sachverständige

Zertifiziert nach der neuen Gesetzgebung 


Zertifizierter Verfahrensbeistand


Zertifizierte Umgangs- und Ergänzungspflegerin


Zertifizierte Kinderschutzfachkraft

nach § 8a SGB VIII


Zertifizierte Fachkraft

„Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch”

Univerisät Ulm


Klientenzentrierte Gesprächspsycho-therapie

NLP-Practitioner  

Elternkurssleiterin "Starke Eltern - Starke Kinder"


Fortbildungen derzeit: 

"Frühe Hilfen und Interventionen im Kinderschutz"


"Traumapadagogik"

"Traumatheapie"